Zahnersatz
Nur etwa jeder Dritte kommt ohne ihn aus: Knapp 70 Prozent der erwachsenen Deutschen mittleren Alters tragen in ihrem Gebiss Zahnersatz. Von der Krone bis zur Vollprothese übernehmen anatomisch genaue Nachbildungen fehlender Zähne alle Aufgaben, die zuvor die Originale erfüllten. Die Bedeutung eines unversehrten Gebisses wird meist unterschätzt: Nicht nur die Kaufunktion und ein ansprechendes Äußeres leiden unter einer mangelhaften Mundgesundheit. Auch die Aussprache und das Gehör verschlechtern sich bei einem stark geschädigten Gebiss.
Krone, Brücke und Co. anno 200 vor Christi
Dass fehlende Zähne ein störender Makel sind, hat auch schon unsere Vorfahren veranlasst, unschöne Lücken mit Behelfskonstruktionen zu füllen. Archäologische Funde belegen, dass bereits die Etrusker etwa 200 vor Christi dem Zahnverfall etwas entgegenhalten wollten. Aus Gold gefertigte brückenähnliche Aufbauten schlossen unansehnliche Lücken - wobei vor allem der ästhetische Zugewinn im Vordergrund gestanden haben dürfte. Die Funktion des Zahnersatzes ist eher fraglich. Zahlreiche Studien verdeutlichen, welch große Bedeutung die Restaurationsarbeiten der Zahnärzte heutzutage für Menschen haben. Dabei zeigt sich vor allem eines ganz klar: Zahnersatz erhöht die Lebensqualität.
mehrDie positive Wirkung von Zähnen beziehungsweise einer prothetischen Versorgung ist den meisten Menschen bewusst. In einer Umfrage (prodente) gaben 84 Prozent der Teilnehmer an, dass ihnen schöne und gepflegte Zähne wichtig sind. Und somit wird es niemanden verwundern, dass ein beträchtlicher Anteil der Ausgaben im Gesundheitssystem bei der Wiederherstellung geschädigter Zähne landet. Wie das Statistische Bundesamt für das Jahr 2008 ermittelte, investierten die Deutschen 12,8 Milliarden Euro in Zahnersatz. Das war mehr als je zuvor. Ein Grund dafür dürfte sein, dass aufwändigerer Zahnersatz, wie beispielsweise Implantate, weit kostenintensiver sind als konventionelle Lösungen. Die gesetzlichen Kassen finanzieren die Sonderwünsche anspruchsvoller Patienten nicht, und so wird Zahnersatz immer öfter zum „Privatvergnügen“.
Auch wenn der Zahnarzt für jeden Patienten einen ganz individuellen Befund erhebt, bleiben meist mehrere Möglichkeiten für eine prothetische Versorgung. Am Ende steht somit immer eine ganz persönliche Entscheidung des Patienten. Die Auswahl hat weitreichende Konsequenzen und ist ausschlaggebend für die Zufriedenheit des Patienten in den kommenden Jahren. Denn dass die Art des Zahnersatzes nicht beliebig ist, zeigte sich auch in der DMS IV, der jüngsten Deutschen Mundgesundheitsstudie von 2006. Die Untersuchungen zeigen, dass Patienten mit festsitzendem Zahnersatz weniger über Einschränkungen klagten als Träger von herausnehmbarem Zahnersatz. Jeder Einzelne sollte sich also vor einer größeren Zahnbehandlung hinreichend informieren, mit welcher Lösung er das beste Ergebnis erwarten kann.
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